Ohne Flughafen, dafür mit Aussicht: Sieben Panoramastraßen, die Deutschland zur schönsten Etappe machen
Photo: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Manchmal liegt das Beste direkt vor der Haustür. Deutschland hat Panoramastraßen, die sich international messen lassen – nur dass Sie hier kein Ticket buchen, keinen Koffer wiegen und trotzdem jeden Tag eine neue Landschaft vor der Windschutzscheibe haben. Wir haben sieben Routen ausgewählt, die sich wirklich lohnen, inklusive Etappen-Vorschlägen und dem passenden Fahrzeug dafür.
1. Deutsche Alpenstraße – der Klassiker mit Gipfelblick
Rund 450 Kilometer von Lindau am Bodensee bis Berchtesgaden, durchgehend dem Alpenrand entlang. Die Route verbindet Königssee, Chiemsee und Zugspitz-Region wie auf einer Perlenschnur.
Etappe(n): Fünf bis sieben Tage sind ideal. Zwischen Füssen und Garmisch-Partenkirchen lohnt sich ein ganzer Tag für Schloss Neuschwanstein und die Wieskirche.
Passendes Auto: Ein komfortabler Kombi oder SUV mit guter Sicht. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber kurvenreich – und die Aussicht will genossen werden.
2. Romantische Straße – Würzburg bis Füssen
Die älteste und bekannteste Ferienstraße Deutschlands führt über 460 Kilometer durch Franken und Bayern, vorbei an Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl und Augsburg.
Etappe(n): Drei bis vier Tage reichen für die Highlights. Wer Zeit hat, macht in Nördlingen Halt – die Stadt liegt komplett im Krater des Ries.
Passendes Auto: Kompaktklasse oder Mittelklasse. Die Strecke ist entspannt, die Städtchen haben enge Gassen – kleiner ist besser.
3. Schwarzwaldhochstraße – 60 Kilometer Kurvenkino
Von Baden-Baden bis Freudenstadt auf der B500, die schwarzwälder Version einer Sportwagen-Teststrecke. Mummelsee und Hornisgrinde liegen am Weg, dichte Wälder und weit aufreißende Täler dazu.
Etappe(n): Ein Tag reicht für die Strecke selbst, zwei Nächte im Mummelsee-Gebiet machen daraus ein Wochenende.
Passendes Auto: Hier darf es sportlich sein. Ein heckgetriebener oder allradgetriebener Wagen mit präziser Lenkung macht die B500 zum Erlebnis.
4. Moselweinstraße – entlang des Flusses durch die Steillagen
Von Koblenz bis Trier schlängelt sich die Straße durch das tief eingeschnittene Moseltal, an Steilhängen und Weindörfern vorbei. Bernkastel-Kues und Cochem sind Pflichtstopps.
Etappe(n): Zwei bis drei Tage. Die Strecke ist kurz, aber die Weinproben wollen Zeit.
Passendes Auto: Ein Cabriolet oder ein Wagen mit Panoramadach – über den Weinbergen duftet es im Sommer nach Trauben und Sonne.
5. Ostseestraße (B 105) – Küste im Dauerschleifenmodus
Von Lübeck-Travemünde bis zur Insel Rügen führt die B105 an Stränden, Steilküsten und Hansestädten entlang. Stralsund und die Rügenbrücke sind der große Schlussakkord.
Etappe(n): Vier bis fünf Tage, damit auch Ahrenshoop und das Fischland-Darß-Zingst nicht zu kurz kommen.
Passendes Auto: Ein geräumiger Kombi oder Van – Strandkorb-Zubehör, Surfbretter und Hund wollen Platz haben.
6. B 27 durchs Neckartal und die Schwäbische Alb
Von Heidelberg über Tübingen bis zur Donau: eine der unterschätzten Strecken des Landes. Burgen säumen das Neckartal, auf der Albhochebene wird die Landschaft karg und wunderschön.
Etappe(n): Zwei Tage. Abstecher zur Burg Hohenzollern und ins Biosphärengebiet Schwäbische Alb einplanen.
Passendes Auto: Alles, was sparsam und wendig ist. Ein Hybrid oder Diesel mit kleinem Verbrauch zahlt sich auf den langen Landstraßen aus.
7. Sauerland-Höhenstraße – grünes Herz mit Höhenmetern
Im Rothaargebirge windet sich die Straße auf bis zu 800 Metern Höhe, mit Blick auf Wälder, Talsperren und im Winter auf verschneite Hänge. Winterberg und der Kahlen Asten sind die bekannten Punkte.
Etappe(n): Ein bis zwei Tage, kombinierbar mit Wanderausflügen.
Passendes Auto: Ein allradgetriebener Kompakt-SUV. Im Winter können Schneeketten oder Winterreifen Pflicht sein – das gilt übrigens für alle genannten Strecken in der kalten Jahreszeit.
Praktische Hinweise für alle Routen
- Saison wählen: Mai–Juni und September sind auf Alpenstraße und Romantischer Straße deutlich ruhiger als Juli/August.
- Tanken denken: Auf der Alb, im Sauerland und am Schwarzwaldkamm sind Tankstellen dünn gesät.
- Maut und Umweltzonen: Innerhalb Deutschlands fällt für Pkw keine Maut an, aber mehrere Städte entlang der Routen haben Umweltzonen – die grüne Plakette sollte der Mietwagen haben.
- Buchen Sie die richtige Klasse: Vor dem Start kurz überlegen, ob Sie eher Gepäck, Kurven oder Komfort priorisieren – der Mietwagen sollte zur Route passen, nicht umgekehrt.
Fazit
Deutschland von seiner schönsten Seite entdecken funktioniert ohne Flugzeug, ohne Gepäckgebühren und ohne Jetlag – dafür mit Schlossblick, Weinbergsduft und Kurven, die Spaß machen. Wählen Sie eine der sieben Routen, buchen Sie das passende Fahrzeug, und los geht's: Der beste Urlaub beginnt direkt vor der Haustür.