Kurven-Kino in den Schweizer Alpen: Fünf Pässe für Ihre nächste Rundfahrt
Photo: Jörg Braukmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Manche Straßen sind einfach nur Verbindungen von A nach B. Und dann gibt es die Schweizer Alpenpässe – Strecken, bei denen man bewusst langsamer fährt, um gar nichts zu verpassen. Wer hier mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte sich Zeit mitbringen und die Kamera griffbereit liegen haben. Diese fünf Routen haben es bei uns auf die Favoritenliste geschafft.
1. Furkapass: Der Klassiker mit Gletscherblick
2.431 Höhenmeter, acht Kilometer Serpentinen und oben ein Blick, der einem fast die Sprache verschlägt. Der Furkapass verbindet Uri mit dem Wallis und passiert unter anderem die Rhonegletscher-Zone und das berühmte Hotel Belvédère, das viele noch aus dem James-Bond-Film „Goldfinger" kennen. Tipp: Früh morgens starten, dann sind die Parkbuchten an den Aussichtspunkten noch frei.
Offen in der Regel: Juni bis Anfang Oktober – je nach Schneelage, aktuelle Statusmeldungen gibt es beim TCS.
2. Klausenpass: Kurven ohne Ende
Der Klausenpass zwischen Uri und Glarus ist mit seinen knapp 1.950 Metern der ruhigere Bruder des Furkapasses. Die Strecke besticht durch enge Kehren, blumengeschmückte Bergdörfer und die markante Urnerboden-Ebene. Wer Ruhe sucht, ist hier richtig – vor allem an Wochentagen außerhalb der Ferienzeit.
3. Grimsel und Furka: Das Doppelpack
Streng genommen sind es zwei Pässe, aber wer den einen fährt, sollte auch den anderen nehmen. Die Grimselstraße schlängelt sich vorbei an Stauseen in unwirklichem Blaugrün, während die Furka-Rampe mit ihren Haarnadelkurven echtes Nostalgie-Feeling bietet. Die Kombination ergibt eine perfekte Tagestour ab dem Haslital.
4. Sustenpass: Ingenieurskunst in Perfektion
Der Sustenpass wurde eigens für den Tourismus gebaut – und das merkt man. Breite Kurven, ein durchdachtes Panoramastraße-Design und die imposante Steingletscher-Kulisse machen die Fahrt zum Erlebnis. Der Pass verbindet Innertkirchen mit der Würgtal und ist besonders bei Motorradfahrern beliebt. Also: Augen im Rückspiegel behalten.
5. San-Bernardino-Pass: Der Südeinstieg
Etwas niedriger (2.065 m) und dafür länger befahrbar: Der San Bernardino führt vom Rheinwald ins Misox und ist oft schon im Mai und noch bis Ende Oktober offen. Unten wartet mit Bellinzona schon fast mediterranes Flair – ideal für eine Espresso-Pause mit Tessiner Flair.
Praxis-Check: Das sollten Sie vorher wissen
Vignette: Wer die Schweizer Autobahn nutzt, braucht eine Vignette (Jahresvignette, ca. 40 CHF). Viele Mietwagen aus Deutschland sind bereits damit ausgestattet – vorher nachfragen spart Ärger an der Grenze.
Grenzüberfahrt im Mietwagen: Die meisten deutschen Vermieter erlauben Fahrten in die Schweiz, verlangen aber eine schriftliche Genehmigung. Diese vorab anfordern, am besten per E-Mail und immer dabei haben.
Wintersperren einplanen: Fast alle Alpenpässe sind von November bis Mai geschlossen. Die Saison ist kurz – also flexibel bleiben und die offiziellen Sperrzeiten checken.
Tanken: Sprit ist in der Schweiz teurer als in Deutschland. Wer full-to-full bucht, tankt kurz vor der Grenze noch einmal günstig.
Unsere Checkliste für die perfekte Alpenrunde
- Rückgabeort klären: Rundfahrt ab Deutschland oder Einwegmiete mit Rückgabe in der Schweiz? Letzteres kostet oft eine Gebühr.
- Versicherung checken: Vollkasko ohne Selbstbeteiligung empfiehlt sich auf engen Bergstraßen.
- Wetter im Blick: Schnee ist selbst im Juni möglich – Schneekettenpflicht beachten.
- Reserven einplanen: Für Pausen, Fotostopps und die eine oder andere spontaneously verlängerte Mittagspause in einer Berghütte.
Wer diese Punkte abhakt, erlebt die Schweiz so, wie sie gedacht ist: von oben, in Kurven und mit dem besten Panorama, das Europa zu bieten hat. Gute Fahrt!